Hintergründe der Flucht aus Ruanda

Ruanda ist ein Land mit vielen Problemen und einer grausigen Vergangenheit. Um dies zu verstehen und herauszufinden, wie man Ruanda helfen kann, muss man über einige geschichtliche Kenntnisse verfügen, die Faktenwissen gebunden sind.

Mit Uganda, Burundi, Kongo und Tansania als Nachbarstaaten, liegt der dicht bevölkerte Binnenstaat Ruanda mitten in Afrika. Da das Land durch sehr viele landschaftliche Erhebungen geprägt ist, wird Ruanda auch „Land der tausend Hügel“ genannt. Außerdem verläuft die afrikanische Hauptwasserscheide durch das Staatsgebiet. Obwohl das Land sehr große Wasservorkommen besitzt, mangelt es sehr vielen der fast 9 Mio. Menschen in Ruanda an sauberem Trinkwasser.

Mit seinen 26 338 km² ist das Land so groß wie Rheinland-Pfalz und das Saarland zusammen. Von 1884 bis 1916 war Ruanda deutsche Kolonie. Erst 1962 erhielt der Staat seine Unabhängigkeit von der UNO-Mandatsmacht Belgien. Unter dem Staatsoberhaupt Präsident Paul Kagame und der Präsidialrepublik als Staatsform hat das Land ein BIP/Einwohner von 353 US$ und gehört damit zu den ärmsten Ländern der Welt und zu den am dichtest besiedelten in Afrika. Die Menschen leben überwiegend von Ackerbau und Viehzucht (90%), da sehr wenig Industrie vorhanden ist. Die Landwirtschaft dient meistens zur Versorgung der eigenen Familie, doch durch die zunehmende Landknappheit und die Dürrezeiten ist selbst das nicht ausreichend.

Ruanda besteht aus drei Volksgruppen: den Hutu, die etwa 89% der Bevölkerung ausmachen, den Tutsi mit einem Anteil von ungefähr 10%. Man nimmt an, dass sie aus Ãthiopien im 17. Jahrhundert eingewandert sind. Und schließlich ist die kleinste Volksgruppe zu erwähnen, die Twa mit etwa 1% der Bevölkerung. Jedoch kann man diese Gruppen nicht ganz auseinander halten, da sie alle eine Sprache (Kinyarwanda) sprechen, die gleiche Kultur haben und im selben Land wohnen. Auch die Religion spielt eine sehr große Rolle, so sind 80% der Einwohner Christen, 5% Moslems und die restlichen 15% bestehen aus kleineren Sekten und heimischen Religionen. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen den Hutu und den Tutsi, die schließlich in einem Völkermord eskalierten. Der Grund für den Genozid 1994 war, dass die Tutsi, die 1966 aufgrund eines Massakers mit den Hutu in benachbarte Länder wie Uganda flüchteten und dort eine Armee gebildet haben. Diese fielen dann 1990 nach Ruanda ein und richteten ein riesiges Blutbad und Abschlachten der Hutu an. In diesem Jahr begann der Bürgerkrieg, der 1994 nach dem Tod des Hauptpräsidenten seinen grausamen Höhepunkt erreichte. Tausende Hutu ermordeten auf grausamste Weise ca. 1 000 000 Tutsi. Macheten wurden ausgegeben und die Menschen wurden in Kirchen und Stadien zusammengetrieben und auf brutalste Weise umgebracht. Erst als Paul Kagame 1994 mit Gewalt die Macht an sich nahm, konnte das Massaker gestoppt werden. Es gab immer wieder noch Tote aufgrund des Bürgerkrieges, aber heute nach 16 Jahren hat sich die Lage gebessert. Ruanda ist zwar immer noch eines der ärmsten Länder der Welt, jedoch besteht Hoffnung auf eine Zukunft, in der Bildung und Ernährung allen Bevölkerungsgruppen Perspektiven bieten. Durch das Partnerland Rheinland-Pfalz und anderen Staaten gelangt viel Hilfe nach Ruanda.